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Schmerzen im Mund- und Gesichtsbereich können als Dauerschmerz oder in Attacken auftreten. Da es viele mögliche Ursachen gibt, ist eine sorgfältige Diagnostik (ärztliche Befragung und Untersuchung) die Voraussetzung einer erfolgreichen Therapie. Dabei können unterschiedliche ärztliche Fachgebiete beteiligt sein, wie Neurologie, Zahnheilkunde, Augenheilkunde und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Der „typische Gesichtsschmerz“ schießt blitzartig elektrisierend wie ein Stromschlag im immer gleichen Bereich des Gesichtes ein, der „atypische Gesichtsschmerz“ wird dagegen dumpf in der Tiefe wahrgenommen und ist dauerhaft vorhanden.

Wann kann Osteopathie sinnvoll sein?

Eine osteopathische Untersuchung kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn die Schmerzen mit funktionellen Beschwerden zusammenhängen, beispielsweise:

  • Verspannte Kaumuskulatur (M. masseter, M. temporalis)

  • Funktionsstörungen des Kiefergelenks (CMD)

  • Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule

  • Muskel- und Faszienspannungen im Gesichts- und Nackenbereich

  • Beschwerden nach Zahnbehandlungen (nach zahnärztlicher Abklärung)

Die Behandlung kann darauf abzielen,

  • die Beweglichkeit von Kiefer und Halswirbelsäule zu verbessern,

  • Muskelspannungen zu reduzieren,

  • die Gewebedurchblutung zu fördern und

  • die allgemeine Funktion des Bewegungssystems zu unterstützen.

Die wissenschaftliche Evidenz für Osteopathie bei unklaren Gesichtsschmerzen ist derzeit jedoch begrenzt. Bei bestimmten muskuloskelettalen Ursachen (z. B. CMD) berichten einzelne Studien über Verbesserungen, für neuropathische Gesichtsschmerzen wie die Trigeminusneuralgie gibt es bislang keine ausreichenden Belege für eine wirksame osteopathische Behandlung.

Wann sollte sofort ärztlich abgeklärt werden?

 

Eine neurologische oder zahnärztliche Untersuchung ist besonders wichtig bei:

  • plötzlich einschießenden, elektrisierenden Schmerzen,

  • Taubheitsgefühl im Gesicht,

  • Gesichtslähmung,

  • Seh- oder Sprachstörungen,

  • Fieber oder Schwellung,

  • starken Zahnschmerzen,

  • Schmerzen nach Verletzungen.

Vor allem die Trigeminusneuralgie sollte ausgeschlossen werden, da sie eine spezielle neurologische Behandlung benötigt.

Aus rechtlichen Gründen wird darauf hingewiesen, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich kein Heilungsversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen kann. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung der Osteopathischen Medizin. Für den Bereich der Wirbelsäule, z.B. beim chronischen Schmerz-Syndrom der Wirbelsäule geht die Bundesärztekammer in der Regel von einer Wirksamkeit osteopathischer Behandlungen aus (Deutsches Ärzteblatt 2009, Seite 2325 ff.). Im Übrigen gibt es bislang keine Studien, die in wissenschaftlicher Hinsicht die Wirkungsweise der Osteopathischen Medizin  bei den zuvor aufgeführten Krankheitsbildern nachweisen.

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