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Kopfschmerzen können unterschiedlichste Ursachen haben, die sorgfältig abgeklärt werden müssen. Solange keine schwerwiegenden und schulmedizinisch greifbaren Erkrankungen der Hintergrund der Beschwerden sind, gilt die Schmerzmedikation als Mittel der Wahl. Solange diese nur hin und wieder eingenommen werden, ist auch nichts dagegen einzuwenden. Problematisch ist die Situation, wenn Kopfschmerzen oder gar Migräneanfälle zur Regelmäßigkeit werden und damit die Lebensqualität des Betroffenen massiv einschränken.

Grundsätzlich gilt: je früher eine Behandlung bei Kopfschmerzen oder Migräne einsetzt, umso früher stellen sich auch meist die Erfolge ein. Beschwerden, die sich bereits über Jahre gezogen haben, mit Schmerzmitteln behandelt wurden, und zu denen sich weitere Beschwerden gesellt haben, benötigen meist auch entsprechend mehr Zeit für einen Behandlungseffekt. Gerade Migräne kann sehr viele verschiedene Ursachen haben. Daher besteht oftmals die Notwendigkeit, auch auf andere Therapien zurückzugreifen.

                         

 

                            Der Vagusnerv – Verbindung zwischen Gehirn, Herz und Darm

 

 

Der Vagusnerv ist einer der wichtigsten Nerven des menschlichen Körpers. Er entspringt im Gehirn und verläuft von der Schädelbasis durch den Hals entlang der großen Blutgefäße bis in den Brust- und Bauchraum. Auf seinem Weg verbindet er viele zentrale Organe miteinander – unter anderem Herz, Lunge, Magen und Darm.

Der Vagusnerv gehört zum parasympathischen Nervensystem, also zu dem Teil unseres Nervensystems, der für Ruhe, Regeneration und Verdauung verantwortlich ist. Wenn dieser Teil des Nervensystems aktiv ist, kann der Körper leichter in einen Zustand von innerer Ruhe und Balance kommen.

 

             Herzfrequenz, Blutdruck und Verdauung werden dann auf natürliche Weise reguliert.

In der Osteopathie wird dem Verlauf des Vagusnervs besondere Aufmerksamkeit geschenkt, vor allem im Bereich der Schädelbasis und des Halses. Dort verläuft der Nerv in der Nähe wichtiger Muskeln, Faszien und Gefäße. Spannungen in diesen Strukturen können das Gleichgewicht des vegetativen Nervensystems beeinflussen.

Osteopathischer Ansatz im Hals- und Faszienbereich

 

 

 

 

Aus osteopathischer Sicht können Spannungen der Halsfaszien, der oberen Halswirbelsäule oder der Schädelbasis Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem haben. Durch sanfte osteopathische Techniken wird versucht, die natürliche Beweglichkeit der Gewebe zu verbessern und Spannungen zu reduzieren.

Wenn sich diese Strukturen entspannen, kann sich auch das Gleichgewicht des Nervensystems verbessern. Der Körper kann dann leichter in einen Zustand wechseln, der durch den parasympathischen Anteil des Nervensystems geprägt ist – also durch Ruhe, Regeneration und bessere Organfunktion.

Viele Patienten berichten in diesem Zusammenhang über eine Beruhigung des Herz-Kreislauf-Systems. Das kann sich durch einen ruhigeren Puls oder einen ausgeglicheneren Blutdruck zeigen. Gleichzeitig kann die Aktivität des Vagusnervs die Verdauungsorgane positiv beeinflussen, da dieser Nerv Magen, Darm und andere Bauchorgane direkt versorgt.

 

 

 

                                            Verbindung zum Verdauungssystem

 

 

 

 

Da der Vagusnerv eine zentrale Verbindung zwischen Gehirn und Verdauungssystem darstellt, kann eine bessere Regulation dieses Nervs auch Auswirkungen auf Magen und Darm haben.

 

Patienten berichten häufig über eine ruhigere Verdauung, weniger Reflux oder Sodbrennen, eine verbesserte Darmbewegung und insgesamt ein entspannteres Bauchgefühl.

Auch das allgemeine Stressniveau kann sich reduzieren, da der Vagusnerv eine wichtige Rolle bei der Regulation von innerer Ruhe und emotionaler Stabilität spielt. Wenn der parasympathische Anteil des Nervensystems stärker aktiviert ist, kann der Körper leichter aus dem Stressmodus in einen Zustand der Erholung wechseln.

Die Osteopathie betrachtet den Körper dabei als zusammenhängendes System. Nerven, Faszien, Muskeln und Organe stehen miteinander in Verbindung. Durch die Unterstützung dieser natürlichen Zusammenhänge kann der Körper seine Selbstregulation und seine Heilungsprozesse besser entfalten.

Aus rechtlichen Gründen wird darauf hingewiesen, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich kein Heilungsversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen kann. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung der Osteopathischen Medizin. Für den Bereich der Wirbelsäule, z.B. beim chronischen Schmerz-Syndrom der Wirbelsäule geht die Bundesärztekammer in der Regel von einer Wirksamkeit osteopathischer Behandlungen aus (Deutsches Ärzteblatt 2009, Seite 2325 ff.). Im Übrigen gibt es bislang keine Studien, die in wissenschaftlicher Hinsicht die Wirkungsweise der Osteopathischen Medizin  bei den zuvor aufgeführten Krankheitsbildern nachweisen.

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